Lunas Reiseblog: So war der Flug nach Neuseeland und so ist die Schule

Lunas Reiseblog: So war der Flug nach Neuseeland und so ist die Schule

Hier beobachtete Luna Wellington von oben.

Upper Hutt/Schwerte – Luna (15) wohnt mit ihrer Familie eigentlich in Schwerte. Seit dem Anfang der Sommerferien verbringt sie nun aber ein halbes Jahr in Neuseeland. In dem exklusiven MeinSchwerte-Reiseblog schreibt sie regelmäßig über ihr (halbes) Auslandsjahr.

Am 15. Juli war es endlich soweit: Ich bin gemeinsam mit neun anderen Austauschschülern von Frankfurt ca. 6 Stunden nach Dubai geflogen. In Dubai haben wir uns dann noch mit 15 weiteren Austauschülern getroffen, die von anderen Teilen Deutschlands losgeflogen sind, um uns auf den 16 Stunden langen Flug nach Auckland zu machen. Von Auckland aus haben wir uns dann in verschiedenste Richtungen innerhalb Neuseelands begeben. Für mich ging es noch eine Flugstunde weiter nach Wellington. In Wellington angekommen, war ich dann seit etwa 40 Stunden auf den Beinen und dementsprechend auch ziemlich müde. Nichtsdestotrotz hatte ich mir das lange Fliegen deutlich „schlimmer“ vorgestellt. Meine Gastmutter Diane und meine Gastschwester Abby haben am Flughafen bereits auf mich gewartet, wir haben gemeinsam meine Koffer geholt und uns auf den Weg in mein neues Zuhause gemacht.

Die ersten drei Tage

In Neuseeland kann es aktuell ziemlich kalt sein, denn noch ist dort Winter.

Hier in Neuseeland wird kaum geheizt, es gibt zwar einen Art Lüftungsschacht, durch den man heizen kann, der wird aber selten angemacht. Da momentan Winter ist, sind hier tagsüber um die 12°C und nachts um die 6°C. Durch das wenige Heizen habe ich die erste Woche stark gefroren. Die ersten Nächte habe ich mit 3 Decken, dickem Pulli und Kuschelsocken geschlafen. Von einer der Decken und dem Pulli habe ich mich mittlerweile getrennt. Insgesamt gewöhnt man sich von Tag zu Tag mehr an das Klima hier. Soweit, dass ich bei 10°C, wie die Neuseeländer nur mit T-Shirt rausgehe bin ich zwar noch nicht, aber eine dünne Winterjacke reicht mir mittlerweile.

Zu dem anderen Klima kam dann noch, dass ich die ersten drei Tage starken Jetlag hatte, nachts kaum geschlafen habe und mich auch das ein oder andere Mal gefragt habe, warum ich das hier eigentlich mache. Mit meiner Gastfamilie habe mich zwar auf Anhieb gut verstanden, trotzdem hatte ich die ersten Tage ziemlich Heimweh. Ich habe dann mit einer Freundin, die ich über meine Austauschorganisation kennengelernt habe, ausgetauscht, da es ihr genauso ging. Dadurch, dass wir am ersten Wochenende einen Ausflug nach Wellington gemacht haben und dort auf einer Tattoo-Convention und im Museum waren, konnte ich mich tagsüber gut wachhalten und sowohl meinen Jetlag als auch mein Heimweh gut überwinden und somit am Montag fit in die Schule starten.

Eine etwas andere Schule

Wie ich schon in meinem ersten Blogbeitrag erwähnt hatte, gehe ich hier in Neuseeland in die 11. Klasse des Heretaunga Colleges. Auf meiner Schule sind rund 700 Schüler. Die Schule hier in Neuseeland lässt sich jedoch überhaupt nicht mit der in Deutschland vergleichen. Das Prinzip ist zwar ähnlich wie in unserer Oberstufe in Deutschland, sodass man verschiedene Kurse wählen kann, allerdings kann man den Großteil des Unterrichtes hier nicht als Unterricht bezeichnen. In der ersten Schulwoche hatte ich die Fächer Kochen (beziehungsweise Backen), English Creative Writing, English and Sport, Sport im Fitnessstudio, Theater, Deutsch und Mathe. Mathe hatte ich in dem schwierigen Kurs der 12. Klasse, da meine Schule bereits erwartet hatte, dass sich die deutschen Schüler in Mathe ziemlich schnell langweilen. Genau das war dann auch der Fall, da wir den Stoff machten, den man in Deutschland in der 8. und 9. Klasse macht.

Um nicht nur „rumzusitzen“ habe ich Mathe dann abgewählt und mich stattdessen für Fashion entschieden, wo wir vor allem Kleider, Röcke und Jumpsuits designen und nähen. Die Schule hier ist generell sehr entspannt. Während des Unterrichts darf man durchgängig ans Handy und wenn man zwischendurch mal Lust hat, der Lehrerin zuzuhören, macht man das. Wenn man etwas sagen will, macht man das einfach, melden tut sich hier niemand.

Entspannte Atmosphäre

Die Schule beginnt hier montags, dienstags, donnerstags und freitags um 8.40 Uhr und endet um 13.15 Uhr. Mittwochs beginnt sie erst um 9.20 Uhr. Warum das so ist, weiß hier auch niemand so wirklich, aber ich finde es nicht schlimm einmal die Woche ein bisschen länger schlafen zu können 🙂

Man hat am Tag fünf Fächer, jeweils eine Stunde lang und zwei Pausen. Die erste Pause ist 50 Minuten lang und die zweite Pause 25 Minuten lang. Zusätzlich hat man jeden Tag, bis auf mittwochs, eine viertel Stunde gemeinsam mit seiner Klasse und seinem Klassenlehrer. Da werden einem alle wichtigen Infos für den Tag mitgeteilt (meistens wenige oder keine) und ansonsten kann man seine Hausaufgaben machen oder einfach nur Chillen. Da man hier so gut wie keine Hausaufgaben bekommt, sitzen die meisten nur rum oder sind am Handy.

Was Sport in der Schule angeht, ist das Prinzip in Neuseeland ähnlich wie das in den USA. Sport macht man hier nicht in einem Sportverein, sondern nach dem Unterricht in der Schule.

 

Der erste MeinSchwerte-Reiseblog:

Der Reiseblog: Luna (15) verbringt ein Halbjahr in Neuseeland

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