Bandenmäßiger Drogenhandel als Familiengeschäft?

Das Landgericht Hagen. Foto: Lukas Pohland

Schwerte – Seit dem heutigen Dienstag (07. Mai 2019) steht ein 26-jähriger Schwerter vor dem Landgericht Hagen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm u.a. das bandenmäßige Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor.

Gut gekleidet erschien der 26-Jährige heute mit seinen Verteidigern Christian Simonis (Dortmund) und Karsten Possemeyer (Hamm) im Landgericht Hagen. Der Vorwurf: Er soll in der Zeit von November 2017 bis Ende Februar 2018 in Schwerte mit Marihuana gedealt haben. Teilweise soll sogar eine Art Familienunternehmen betrieben worden sein. Diese Bande – bestehend aus dem Angeklagten sowie dessen Mutter und Bruder – soll mit Marihuana in nicht geringer Menge gehandelt haben. Dem 26-Jährigen aus Schwerte werden 15 Fälle vorgeworfen — insgesamt geht es um eine Marihuana-Gesamtmenge von etwa 3,8 Kilogramm.

Der Angeklagte soll bereits wegen räuberischer Erpressung, Raubes, Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie verschiedener Körperverletzungs- und Straßenverkehrsdelikte vorbestraft sein. Er befindet sich in dieser Sache in Untersuchungshaft. Übrigens soll er im September 2018 auf der Autobahn 52 das Steuer eines Autos übernommen haben und dann vor der Polizei geflohen sein.

Beteiligte diskutieren über Verständigung

In der heutigen Hauptverhandlung habe man über eine sogenannte tatsächliche Verständigung diskutiert, wie ein Sprecher des Landgerichts auf Nachfrage erklärte. Dabei wurden mögliche Strafmaße bei einem Geständnis erörtert. “Diese Erörterung wird morgen fortgesetzt”, berichtete der Landgerichtssprecher weiter. Hinsichtlich des Bandenvorwurfs machten die Prozessbevollmächtigen des Angeklagten allerdings deutlich, dass ein Geständnis zu diesem Vorwurf nicht zu erwarten sei.

In der heutigen Hauptverhandlung wurden auch drei Zeugen vernommen. Ein Pressesprecher vom Landgericht Hagen: “Diese Zeugen hatten alle ein Zeugnisverweigerungsrecht. Von diesem Recht haben sie Gebrauch gemacht.” Es sind bislang drei weitere Verhandlungstage angesetzt — das Verfahren wird am morgigen Mittwoch (08. Mai 2019) fortgesetzt.

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