Bürgermeisterkandidat Stefan Barthel im Interview

Bürgermeisterkandidat Stefan Barthel im Interview

Schwerte – Stefan Barthel bewirbt sich als parteiloser Bürgermeisterkandidat. Lesen Sie jetzt hier, was er im Interview mit unserem Mitarbeiter Lukas Pohland gesagt hat.

Was sind Ihre drei wichtigsten Ziele für eine eventuelle Amtsperiode?

Was in der Vergangenheit viel zu kurz kam, sind die Schwerter Stadtfinanzen. Böckelühr ist damals mit dem Versprechen angetreten, dass Schwerte in zehn Jahren schuldenfrei wäre – die Schulen haben sich verdreifacht. Das heißt aber nicht, dass wir die Steuern nach oben schrauben, das können wir nämlich nicht mehr. Das zweite wichtige Ziel ist: wir müssen an den Verkehr. Hörder Straße in aller Munde. Das ist auch so das Hassthema, wenn man mit Leuten spricht die nicht aus Schwerte kommen, dann hört man ganz häufig die Aussage: „Ja, da stehe ich im Stau.“ Dazu gehört für mich auch die Schaffung von Parkplätzen. Das dritte Ziel: ich möchte die Attraktivität von Schwerte an sich steigern. Damit meine ich, dass man auch Leute von außerhalb hierhin lockt. Der Kollege Axourgos, möchte gerne ein Kino in Schwerte haben und glaubt auch er wäre damit der Erste, das ist aber Blödsinn. Als ich 1991 auf das Ruhrtal-Gymnasium eingeschult wurde, war das schon Thema. Wenn wir ein Kino nach Schwerte holen möchte ich ein Servicekino mit kleinen Sälen und mit Bedienung am Platz. Zur Attraktivitätssteigerung gehört auch, dass ein Herr Mork weiter Stadtplanung macht und nicht Bürgermeister. Außerdem gehört auch Barrierefreiheit dazu.

190 Unterstützerunterschriften brauchst du, wie viele konntest du schon etwa sammeln?

Die 190 Unterstützerunterschriften habe ich fast zusammen. Mein Ziel ist es, einige mehr als “Puffer” zu generieren.

Muss Schwerte neue Bürger und/oder Touristen locken?

Ich finde schon das Schwerte auch interessant für Außenstehende sein soll. Wenn du mit den Leuten über Tourismus sprichst, gucken sie dich alle an als kämst du vom Mars. Ein Riesenhotel brauchen wir glaube ich eher nicht. Ein Tagungshotel wäre sicher eine gute Sache. Halte ich aber auf der Prioritätenliste für nicht an der ersten Stelle stehend. Was ich natürlich schon möchte ist das auch Leute von außerhalb kommen und Schwerte auch für die Nachbarstädte interessant wird. Ich glaube, dass wir das auch hinbekommen können.

Was können Sie besser als Ihre Mitbewerber?

Ich glaube, nein ich bin davon überzeugt: dass was ich besser kann ist, dass ich keiner Partei angehöre und keiner Partei verpflichtet bin. Ich bin Jahre lang in der SPD gewesen. Da hat man eine bestimmte Leitlinie. Es gibt einen allgemeinen Tenor dem du entsprechen musst. Wenn du davon abweichst wirst du dafür abgestraft. Die Partei ist sowieso zerstritten. Wenn du da als junger Mensch hinkommst und willst was verändern: „Erstmal mal ganz ruhig, stell dich mal hinten an.“ Wenn du Ideen hast, interessiert das erstmal niemanden. Das ist halt einfach mein Vorteil. Ich bin nur denjenigen verpflichtet die mir am Ende das Kreuzchen schenken. Ich muss nicht etwas gut finden was ich nicht gut finde oder was die Leute die mich wählen nicht gut finden. Stichwort: Freizeitallwetterbad. Wollte keiner haben, aber die Politik hat es durchgedrückt. Außerdem muss ich Vorschläge anderer Parteien und Fraktionen nicht blöd finden, nur weil ich der nicht angehöre. Ich kann viel sachgerechter Politik machen und Entscheidungen treffen. Ich bin von dieser Jamaika-Geschichte nicht überzeugt. Die drei Parteien haben, alle unterschiedliche politische Denkweisen. Die mögen sich jetzt alle vertragen aber das wird irgendwann vergessen sein. Außerdem bin ich nicht in dem Alter wo man sagen kann: der wird einmal gewählt und geht dann in Rente. Nein, da ist noch Potenzial nach oben.

Was hat der ehemalige Bürgermeister Heinrich Böckelühr gut, was eher schlecht gemacht?

Heinrich war sehr präsent. Teilweise hatte man das Gefühl er wäre mehrfach geklont, auf welchen Veranstaltungen er auftauchte. Er war immer jemand der sich für kleine, süße Veranstaltungen, wie z.B. ein Firmenjubiläum interessiert hat. Er hat vielen Leuten – darunter auch mir – gut gefallen. Ich kam mit ihm immer prima zurecht. Wenn eine Veranstaltung war und ich ihn gefragt habe: „Heinrich willst du kommen?“. Dann war Heinrich auch da. So muss ein Bürgermeister aus meiner Sicht sein. Was hat er nicht gut gemacht, naja ich komme aus dem Bereich Finanzen. Da ist leider an manchen Stellen etwas schiefgelaufen.

Wie wollen Sie während einer eventuellen Amtszeit den Kontakt zu den Bürgern pflegen?

Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Ich möchte da auch in Heinrichs Fußstapfen gehen und zu Veranstaltungen gehen. Nicht nur für ein Foto in der Presse, sondern auch einfach um präsent zu sein. Eine schöne Idee fände ich auch regelmäßige Bürgerstammtische. Durchaus auch in jedem Ortsteil. Die Ortsteile sind im wesentlichen politisch gut organisiert und haben viele Ideen. Eine Bürgersprechstunde in der Fußgängerzone finde ich auch gut – so wie Heinrich Böckelühr sie gemacht hat. Da kann man dann mal beim Einkaufen sagen: Ah, da ist er. Man kann ihm mal an den Ohren ziehen und sagen: das war aber doof.

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