Start für „Wort und Tat“: Studierende arbeiten an der Gedenkstätte für die Gemeinschaft

Start für „Wort und Tat“: Studierende arbeiten an der Gedenkstätte für die Gemeinschaft

Gemeinsam mit dem Kulturbüro in Schwerte setzte das Ev. Studienwerk Villigst "Wort und Tat" an der Gedenkstätte in Schwerte um. Foto: Ev. Studienwerk Villigst

Schwerte. „Wort und Tat“ – das Evangelische Studienwerk Villigst hat das Auftaktwochenende zu dieser neuen Programmlinie gestaltet. Die Stipendiat/-innen sind aufgerufen, sich nicht nur theoretisch mit gesellschaftlich wichtigen Themen zu beschäftigen, sondern auch vor Ort praktisch zu arbeiten und ein nachhaltiges Ergebnis für andere zu erzielen.

„Wort und Tat“ – das Evangelische Studienwerk Villigst hat das Auftaktwochenende zu dieser neuen Programmlinie gestaltet. Die Stipendiat/-innen sind aufgerufen, sich nicht nur theoretisch mit gesellschaftlich wichtigen Themen zu beschäftigen, sondern auch vor Ort praktisch zu arbeiten und ein nachhaltiges Ergebnis für andere zu erzielen.

In Schwerte, traditionell der Sitz des Ev. Studienwerks Villigst, setzten neun Studierende das Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald als Gedenkstätte in Stand. Unkraut wurde beseitigt, der Ort wieder leichter zugänglich gemacht – und die Stipendiat/-innen halfen der Stadt mit Vorarbeiten, einen neuen großen Tisch aufzustellen, an dem Besucher/-innen künftig Platz nehmen können.

Während Idee und Umsetzung als Einsatz von dem Begabtenförderungswerk selbst kamen, unterstützte die Stadt Schwerte mit dem benötigten Material. Das Kulturbüro hatte mit organisiert und war aktiv mit vor Ort. Und die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg Schwerte half, indem sie ihr Vereinsheim für die Aktion öffnete.

„Das ist ein großes Stück Gemeinschaft, auch im Erleben unserer Stipendiat/-innen“, sagt Mit-Initiatorin und Studienleiterin Dr. Franziska Schade zur Aktion. Die engagierten Helfer/-innen waren für das Wochenende in Haus Villigst untergebracht. Am Ende hatten sie sich nicht nur mit den Themen Zwangsarbeit im Nationalsozialismus und Gedenkstättenarbeit beschäftigt, sondern das Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald wieder so gut hergerichtet, dass ihre Arbeit für die Stadt Schwerte und künftige Besucher/-innen klar sichtbar ist.

„Wort und Tat“ wird als Programm weiter gehen und ausgebaut werden. „Wir stehen zwei Jahre vor unserem 75-jährigen Jubiläum“, sagt Friederike Faß, Leiterin des Ev. Studienwerks Villigst. „Die ersten Werkstudent/-innen haben in Haus Villigst gelebt und in den umliegenden Betrieben hart gearbeitet. Die so zusammengetragenen Gehälter bildeten den Grundstock für die Stipendien und ermöglichten allen einen Studieneinstieg – unabhängig vom Einkommen und Bildungshintergrund der Eltern. Die Arbeit verstand sich gleichzeitig als Beitrag zur aktiven Gestaltung einer solidarischen Gesellschaft.“

Es sei eine wunderbare Idee, „diese Historie aufzugreifen und in den nächsten Jahren mit unseren Stipendiat/-innen zusätzlichen Nutzen für die Gesellschaft zu schaffen.“ In Schwerte, aber auch überall in Deutschland, wo Villigster/-innen an den Hochschulen studieren. Bis zum Jubiläumsjahr, da ist sich Friederike Faß sicher, „werden wir gemeinsam viel erreicht haben!“

Ausgehend von dem ersten Aktionswochenende setzt das Ev. Studienwerk Villigst „Wort und Tat“ nun an mehreren Orten und Terminen um. „Wir haben die Konvente, also die jeweiligen Zusammenschlüsse unserer Stipendiat/-innen, ermutigt zu schauen, welche sozialen Einrichtungen kurzfristig Unterstützung brauchten“, erzählt Dr. Franziska Schade. „Das kann die Renovierung eines Jugendzentrums oder die Denkmalpflege wie in Schwerte sein. Während die Partner/-innen das Material stellen, erarbeiten wir nachhaltig ein Ergebnis.“

Gearbeitet wird je Aktion nun erstmal jeweils 73 Stunden, also drei Tage von Freitag bis Sonntag lang – passend zum jetzt 73. Jahrestag des Ev. Studienwerks Villigst. „Was unser evangelisches Grundverständnis ausmacht, ist, gesellschaftliche Themen kritisch zu reflektieren und uns im Sinne der Demokratie zu Wort zu melden. Aber auch zu handeln und nicht nur zu reden“, betont Friederike Faß.

Interessierte Partner/-innen für „Wort und Tat“ sind mit Blick auf die nächsten Aktionszeiten ausdrücklich eingeladen, sich in Villigst schon mal zu melden.

Alle Infos online unter: www.evstudienwerk.de

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