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St. Viktor hat seinen Marienleuchter wieder

St. Viktor hat seinen Marienleuchter wieder

Der neue alte Marienleuchter in der Sankt Viktor Kirche. Foto: Tom Damm / St. Viktor Schwerte

Schwerte. Jahrelang lag auf dem Dachboden von St. Viktor neben dem Glockenstuhl ein wertvoller Marienleuchter aus Messingguss, der mit seinem Alter von über 500 Jahren eine große Rarität in Westfalen darstellt. Am Montag wurde der restaurierte Marienleuchter in der Kirche zusammengesetzt und im zweiten Joch des Hauptschiffes der Kirche aufgehängt.

Der Leuchter stammt aus dem Jahr 1520, wahrscheinlich aus den südlichen Niederlanden. Es gibt nur wenige vergleichbare Stücke aus spätgotischer Zeit. Die damals noch katholische Schwerter Bürgerschaft erwarb ihn, als 1520 der Chorraum der Kirche gebaut wurde. Der mit Blattwerk verzierte achtarmige Marienleuchter zeigt am unteren Ende eine Löwenmaske, die einen Ring im Maul trägt. Auf dem obersten Knauf ist ein stehender Löwe dargestellt. In der Mitte des Leuchters wird die Figur Maria im Strahlenkreuz gezeigt.

Restauratorin Dorothee Brück setzt die Teile des Marienleuchters zusammen. Foto: Laura Szymura

Zuständig für die Restaurierung ist die Diplom-Restauratorin Dorothee Brück. Die Analyse der Paderbornerin hat ergeben, dass der Leuchter aus Messingguss besteht, aber mit relativ hohem Kupferanteil. Deshalb auch die eher dunkle Farbe. Der Leuchter wiegt 31 Kilogramm und kommt in seiner Gesamtheit auf eine Länge von über drei Metern. Die Restauratorin zeigt sich sehr erfreut. „Ich habe zwar schon deutlich ältere Stücke in der Hand gehabt. Trotzdem muss man sich immer wieder bewusst machen, wie historisch jedes einzelne Stück ist. In diesem Fall ist der Leuchter an sich besonders, aber vor allem das Montieren hier in der St. Viktor Kirche.“

Nach der Restaurierung hängt der Leuchter wieder

An einigen Stellen gab es bereits kleinere Verluste, sodass bei der Restaurierung Kleinigkeiten dazu gebaut werden mussten. Um den Leuchter wieder in der Kirche präsentieren zu können, wurden Schmutzauflagen sowie alte Lackauflagen entfernt und die Statik wurde gesichert. Nach der Oberflächenreinigung wurde die Konservierung aufgetragen.  Die Restauratorin arbeitet dabei immer mit reversiblen Materialien. „Wichtig für den Leuchter war ein Konzept, wie richtig damit umgegangen werden soll. Sowohl bei der Restaurierung selbst als auch beim Anbringen in der Kirche“, so Dorothee Brück.

Zum Aufhängen des Marienleuchters wurde im zweiten Joch des Hauptschiffes eine neue Halterung montiert und mittig ausgerichtet. Der Leuchter wurde an ein Seil mit einer Stahlkette befestigt und anschließend hochgezogen, ohne den freien Blick auf die Kern-Orgel zu beeinträchtigen.

Der Marienleuchter ist neben dem Sieben-Schmerzen-Altar der Maria ein weiteres bedeutendes Beispiel spätmittelalterlicher Marienfrömmigkeit in der evangelischen Marktkirche St. Viktor.

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