Prozess-Auftakt: Folter-Bungalow in Ergste

Prozess-Auftakt: Folter-Bungalow in Ergste

Die Angeklagten. Fotos: Helmut Ullrich

Schwerte/Hagen. Vor dem Landgericht Hagen hat der Prozess gegen drei junge Polen begonnen. Den Männern im Alter von 23, 27 und 29 Jahren wird „gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung“ vorgeworfen. Sie sollen vom 18. bis 21. Juli vergangenen Jahres einen Landsmann (35) gequält, schwer misshandelt und regelrecht gefoltert haben.

Dem Opfer war in einem heruntergekommenen Haus „Am Derkmannsstück“ in Ergste ein Sack über den Kopf gestülpt worden, es wurde geschlagen und getreten und im Badezimmer eingesperrt – so die Anklage. Der gravierendste Vorwurf: Die Angeklagten hätten das Ohr ihres Opfers als Aschenbecher benutzt! Am Ende war der Körper des Schwerverletzten mit Wunden übersät.

Zu den massiven Vorwürfen (Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahre) schwiegen alle drei Angeklagten zum Prozessauftakt. Die 9. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Christian Hoppe hat vorerst fünf weitere Verhandlungstermine anberaumt. Das Urteil wird voraussichtlich am 23. Februar fallen. Die Kammer hat nach einem Rechtsgespräch erklärt, dass sie sich bei keinem Geständnis der Angeklagten eine Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe von über fünf Jahren vorstellen könne. Bei geständiger Einlassung eine Freiheitsstrafe nicht deutlich unter fünf Jahren.

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