Corona-Krise trifft auch das Naturfreundehaus auf dem Ebberg schwer

Corona-Krise trifft auch das Naturfreundehaus auf dem Ebberg schwer

Verlassen wirkt das Naturfreundehaus Ebberg in diesen Tagen. Foto: Johannes Voutsinas/NFH

Schwerte. Einnahmeausfälle von fast 11 ½ Millionen Euro sorgen dafür, dass die Lage von 400 deutschen Naturfreundehäusern durch die Corona-Krise absolut dramatisch ist. Auch das traditionsreiche Haus auf dem Ebberg ist davon betroffen. Hier tut sich nach der Schulschließung in NRW gar nichts mehr. Dabei wären Gäste eigentlich vorhanden. Wie geht man mit dieser schweren Situation um und wie haben die Naturfreunde Ostern in Westhofen erlebt? Dieser Bericht versucht Antwort zu geben.

Seit drei Wochen steht auf dem Ebberg alles still. Die Corona-Krise hat mit ihrer ganzen Gewalt Einzug gehalten und das normale Leben auch hier völlig zum Erliegen gebracht. Der riesige Biergarten ist leer, Gäste dürfen nicht mehr bewirtet werden. Ein Aufenthalt an den Tischen ist nur erlaubt, wenn hier nicht mehr als zwei Personen sitzen. Gerne gesehen wird allerdings auch das nicht. Das Ordnungsamt kontrolliert sehr genau, was auf dem Ebberg passiert.

Nachdem sich einige Personen auf der 50 Pfennig-Wiese aufhielten, wurde sie gesperrt. Das Gleiche gilt für den Spielplatz und den dazugehörigen Boulder-Block. Doch es gibt leider viele Wanderer und Menschen, die sich davon nicht angesprochen fühlen. Sie werden von der Hausleitung des Platzes verwiesen. „Das zu tun, es bricht uns fast das Herz, aber wir können nicht anders.“ So herrscht hier an Ostern statt Hochbetrieb einfach nur gähnende Leere und dort, wo für normal Kinder spielen, da ist es jetzt absolut still.

Ungewissheit zermürbt

„Das Schlimmste ist die Ungewissheit“, sagt Stefanie Voutsinas, die das Haus leitet und mit ihrer Familie selbst im Naturfreundehaus wohnt. „Wenn wir ein Datum hätten, irgendwas nach dem wir uns richten könnten, es wäre vielen schon die Angst genommen. Aber so wissen wir gar nicht, was los ist.“ In der Tat ist jede Art von Planung schwierig. Fest steht, Schulklassen werden im aktuellen Schuljahr keine Reisen mehr machen dürfen. Also ist auch ein Besuch auf dem Ebberg nicht möglich. Die Naturfreunde-Jugend bangt um ihr traditionelles Pfingstcamp. Einmal im Jahr findet es statt. Über 200 Kinder leben und wohnen dann auf der 50 Pfennig-Wiese. Doch Großveranstaltungen dieser Art soll es 2020 überhaupt nicht mehr geben. „Wenn wir nicht mehr das machen können, wofür wir stehen, dann haben wir ein Problem“ sagt Stephanie Wiechers von der Naturfreunde-Jugend. „Und, Sie können machen was Sie wollen, die Natur gibt es online leider noch nicht.“

2019 feierte das Naturfreundehaus Ostern mit einem riesigen Brunch. Damals kamen Gäste von nah und fern. 2020 ist all das nur noch eine Erinnerung aus der Vergangenheit. Irgendwann wird man wieder öffnen, da sind sich alle einig, nur wann und wie, das weiß aktuell noch niemand. Bis zum 04. Mai sind touristische Unterkünfte geschlossen und glaubt man dem, was man von öffentlicher Seite hört, dann wird es für Schulen und Vereine in diesem Jahr auch keine Lockerungen mehr geben, was das Reisen angeht.

In seiner Not hat das Naturfreundehaus Ebberg eine Spendenaktion gestartet. Hier sind schon einige hundert Euro zusammengekommen. Aber so gut sich das anhört, es ist nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein. Was die Zukunft bringt, das weiß niemand.

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