Grüne Viktoria für “Schwerter Frauengeschichte(n)” vergeben

Grüne Viktoria für “Schwerter Frauengeschichte(n)” vergeben

Anja Rotthowe (l.) und Monika Rosenthal (r.) überreichten die "Grüne Viktoria" an Hildgard Schulze zum Hülsen für besonderes ehrenamtliches Engagement in Schwerte.

Schwerte. Es gibt ihn seit 22 Jahren. Und das ist nur ein Grund, warum der “Arbeitskreis Schwerter Frauengeschichte(n)” am Mittwochabend mit dem Preis “Grüne Viktoria” ausgezeichnet wurde. Im Rahmen einer kleinen Feier überreichten Monika Rosenthal und Anja Rotthowe als Vorstand der Schwerter Grünen den Preis an Hildegard Schulze zum Hülsen. Verliehen wird er seit dem Jahr 2002 für besonderes ehrenamtliches Engagement in Schwerte. “Wir sind sehr dankbar für diesen Preis, und hoffen, unsere Arbeit mit dieser Unterstützung auch weiterhin fortsetzen zu können”, so Hildegard Schulze zum Hülsen.

Entstanden war der Arbeitskreis Schwerter Frauen Geschichten 1997 aus einem Beitrag zum Stadtjubiläum. Birgitt Wippermann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schwerte, suchte engagierte Frauen, die geschichtliche Leistungen von Schwerterinnen deutlich machen sollten, wie Anja Rotthowe in ihrer Laudatio berichtete. Fündig wurde sie in einem Literaturkreis. Anne Hildebrand, Elisabeth Janssen, Gilla Kruschel, Petra Müller-Kramer und Hildegard Schulze zum Hülsen recherchierten und erarbeiteten das 40 Seiten starke Heft zu Schwerter Frauengeschichten. Aus dieser Initiative heraus wurde der Arbeitskreis gegründet, der bis heute insbesondere durch den stetigen Einsatz von Hildegard Schulze zum Hülsen und Anne Hildebrand besteht.

Viel auf die Beine gestellt

In den 22 Jahren des Bestehens wurden Veröffentlichungen, Aktionen, Erzählcafes und Ausstellungen auf die Beine gestellt werden. Darunter ein Gedichte- und Bilderband, in dem Schwerter Künstlerinnen Bilder zu Gedichten von Schwerter Autorinnen malten. So entstand der Band mit den Köpfen von 54 Frauen, die ihren Beitrag dazu leisteten. Außergewöhnlich war ein Töpferkurs bei Felicitas Hesse, in dem 22 Köpfe von Schwerterinnen getöpfert wurden.

Auch im Schwerter Museum konnte der Arbeitskreis für volle Gänge sorgen. Mehr als 50 Gäste am Tag kamen, um die Ausstellung “Mädchenmuster – Mustermädchen” zu sehen. Diese zeigte die Mädchenbildung in den Jahren 1870-1970 am Beispiel des Handarbeitsunterrichts.
Den ersten Stadtrundgang organisierten die Frauen im Jahre 1998. Nach zwei Stunden war gerade mal erst die Hälfte geschafft. Mittlerweile gibt es mehrere Rundgänge, die zu unterschiedlichen Thematiken gebucht werden können. Dazu zählt in Schwerte mittlerweile auch der Krippenweg mit einem Rundgang durch die Altstadt, der bereits zum fünften Mal organisiert wurde.

Die “Grüne Viktoria” wurde nun zum 17. Mal vergeben. Ihren Namen erhielt sie in Erinnerung an eine kleine Statue der Göttin Viktoria aus dem 3. Jahrhundert, die vor etwa 80 Jahren bei Bauarbeiten für das Stahlwerk Ergste gefunden wurde. Der Wanderpreis wurde von der Künstlerin Birgit Breer gestaltet. Umrahmt wurde die Preisverleihung mit musikalischen Beiträgen der Cello-Schülerinnen von Helga Voß: Emil Tiemann, Kaja Gasiorek, Julia Marie Stork und Lukas Linnebank.

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