Geisecker Netto-Räuber: Urteil – Ferdinand L. muss ins Gefängnis

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Der Netto-Discounter in Geisecke wurde letztes Jahr überfallen. Ein ehemaliger Mitarbeiter steht vor Gericht. Foto: Daniel Groß

Schwerte – +++ Eil ++ Geisecker Netto-Räuber: Staatsanwältin fordert soeben achteinhalb Jahre Haft für Ferdinand L. (24) +++ Urteil folgt wohl noch heute +++

Im Prozess um die beiden Überfälle auf einen Netto-Markt in Iserlohn (12. Dezember 2018) und auf den Netto-Markt in Geisecke, “Zwischen den Wegen” (5. Oktober 2018), hat die Staatsanwältin soeben hohe Haftstrafen gefordert. Ferdinand L. (24) soll insgesamt für achteinhalb Jahre ins Gefängnis. Zusätzlich soll seine Unterbringung in eine Drogenentziehungsanstalt angeordnet werden. Im Moment plädiert der Verteidiger. Ein Urteil wird noch heute erwartet.

Aktualisierung, 18.25 Uhr:

Eil-Meldung, Landgericht Hagen +++ Supermarkt-Räuber aus Schwerte verurteilt +++ Neuneinhalb Jahre Gefängnis für Ferdinand L. (24) ++ Er hatte den Netto-Markt in Geisecke (5. Oktober 2018) und einen Netto-Markt in Iserlohn (12. Dezember 2018) überfallen. +++

Von der Tat hatten sich Ferdinand L. und ein bisher unbekannt gebliebener Mittäter etwa 30.000 Euro erwartet. Tatsächlich betrug die Beute aber nur 4.540 Euro. Dummerweise verloren die Täter auf der Flucht über einen Hundeweg in Geisecke auch noch einen Großteil der Beute, weil die Tüte riss. 3.200 Euro blieben auf dem Weg liegen – und die Reste eines Gummihandschuhs, die dem Angeklagten zum Verhängnis wurden: Daran entdeckten Kriminologen seine DNA. Dieses Indiz überführte ihn nach Auffassung der Richter als Täter.

Den Überfall auf Netto in Iserlohn hatte Ferdinand L. eingeräumt, den Überfall in Geisecke bestritten. In dem Geisecker Supermarkt hatte er zuvor als Aushilfe gearbeitet. Bereits im Jahr 2011 hatte L. als Jugendlicher eine Spielhalle in Dortmund überfallen. Dafür hatte er eine Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten Haft verbüßt. Richter Kuchler: “Insofern wusste er, worum es bei einem Raub geht.”

Wegen Drogenabhängigkeit ordnete das Gericht eine Unterbringung in einer geschlossenen Entziehungsanstalt an. Vorher muss Ferdinand L. aber mindestens zwei Jahre und neun Monate in Haft verbringen. Derzeit läuft noch die ausführliche Urteilsbegründung. (18.08 Uhr).

Immer wieder lächelt der Angeklagte demonstrativ in den Gerichtssaal, in dem elf Freunde sitzen. Aber es wirkt sehr aufgesetzt. Er sieht aus, als wollte er jeden Augenblick losheulen.

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