Schwerte wird am Freitag zum Ort des Protestes

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Am Freitag streiken und demonstrieren Schülerinnen und Schüler vor dem Schwerter Rathaus.

Schwerte – Die Zukunft der Schwerter Menschen – die Kinder – ergreifen das Wort für ihre Zukunft. Sie organisieren gerade Streik, Demonstration und Protest unter dem von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg gegründetem Hashtag #fridaysforfuture.

Am kommenden Freitag findet deshalb von 8:30 bis 10 Uhr vor dem Schwerter Rathaus eine angemeldete Demonstration statt. Offizieller Veranstalter ist der Gesamtschüler Jonas Voß (18). Zusammen mit seinen Freundinnen und Freunden Felix Strauß (19, Schülersprecher an der Gesamtschule Gänsewinkel), Alina Jagel (16, FBG), Lynn Janke (17, FBG) und Hendrik Heithus (18, FBG) organisiert er für die Demo alles was dazugehört: eine Anlage, Infomaterial, Redner, Musiker, Banner und Protestschilder. Neben zahlreichen Schülern aller Schwerter weiterführender Schulen hat sich auch eine antifaschistische Jugendgruppe namens Japdo aus Dortmund angekündigt.

Pia Kersten vom Verein Kunterbunt will am kommenden Donnerstag in der Arbeitssitzung im Rattenloch weitere Protestler akquirieren. „Über 100 Zusagen haben wir schon, aber es können natürlich noch deutlich mehr werden.“, berichtet Heithus. Die Schüler hoffen, dass viele Schüler ihrem Beispiel folgen und die Aktion zu einem Erfolg wird. Sollte dies so sein, werden weitere regelmäßige Aktionen geplant.

Schulleiter müssen auf Schulpflicht achten

Heiko Klanke, Schulleiter des Friedrich-Bährens-Gymnasiums, sagte gegenüber unserer Redaktion dazu: „Auch wenn das ehrenhafte Absichten unserer Schüler sind, bin ich durch meine Vorgesetzten dazu gehalten, auf die Schulpflicht zu achten und habe da keinen Handlungsspielraum. Wenn einige meiner Schüler dorthin gehen, dann wären das eigentlich unentschuldigte Fehlstunden.“ Einem Schreiben von Bärbel Eschmann, Schulleiterin des Ruhrtal-Gymnasiums, an Eltern und Schüler, welches unserer Redaktion vorliegt, ist zu entnehmen, dass das Ruhrtal-Gymnasium für die Demonstration keine Beurlaubungen aussprechen wird und unerlaubtes Fernbleiben vom Unterricht unentschuldigt bleibt.

Allerdings gelte auch: „Grundsätzlich unterstützen wir ein Engagement unserer Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz! Das Anliegen, gemeinsam mit weiteren Schwerter Schulen ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen, begrüßen wir ausdrücklich. Vorstellbar wäre z. B. ein besonderer Aktionstag mit einer vorherigen inhaltlichen Auseinandersetzung im Unterricht oder in Projekten und unter transparenten Rahmenbedingungen.“ Der Gesamtschulleiter Jürgen Priggemeier war für eine Stellungnahme leider nicht zu erreichen.

Thunberg als Vorbild

In ganz Europa kämpfen Schülerinnen und Schüler um ihre Zukunft auf einem gesunden Planeten, nachdem die Schwedin Greta Thunberg in vorbildlicher Art und Weise im Alleingang am 20. August einen Sitzstreik vor dem Schwedischen Reichstag begann. In den folgenden Monaten schlossen sich Greta europaweit tausende Schüler an, die unter dem Hashtag “#fridaysforfuture” wöchentlich freitags streiken und demonstrieren, um die Deutlichkeit ihres Anliegens – es geht um nichts weniger als die Rettung der Erde und ihrer Bewohner – zum Ausdruck zu bringen. Das Mittel des Streiks wird von Schüler eingesetzt, um durch ihre Arbeitsniederlegung in den Schulen Druck auf die Regierungen auszuüben, für den Klimaschutz aktiv zu werden, denn ihrer Meinung nach reichen Aktions- und Projekttage an Schulen nicht aus, um wirklich eine Veränderung der Klimapolitik herbeizuführen. Dabei werden die Schüler durch Schulpflicht u. ä. bei einem Fernbleiben vom Unterricht kriminalisiert, anders, als es bei erwachsenen Streikgruppen der Fall wäre. Schulleitern sind dabei die Hände gebunden: Als Beamte haben sie Verfassungstreue geschworen, sind an Dienstanweisungen gebunden und sollten sie sich nicht an die Regeln halten, drohen weitere personelle Schritte.

Die Gesellschaft ist Gespalten: rechte Gruppen und Wirtschaftsvertreter sprechen Thunberg und ihren Anhängern die Kompetenz ab, die Bedeutung eines „etwaigen Klimawandels“ zu beurteilen. Für viele aus diesem Lager gibt es den Klimawandel auch nicht, in ihren Äußerungen verschwurbeln sie sich in unwahren Behauptungen, welche sie mit gefährlichem Halbwissen anreichern. Auf der anderen Seite stehen viele Vertreter der bürgerlichen Mitte sowie linke und grüne Gruppierungen, welche schon seit langem konkrete Maßnahmen gegen den Klimawandel einfordern, die Nichteinhaltung der Klimaziele anprangern und verurteilen, dass die Vereinigten Staaten von Amerika als einer der weltweit größten CO2-Produzenten im Jahre 2020 aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen werden.

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1 Kommentar

  1. Ja die Schulpflicht, das ist natürlich immer das wichtigste, was man in dieser Situation beachten muss. Sollen die Schüler dich alle in der Freizeit was auf die Beine stellen. Dann schlägt es wenigstens nicht so große Wellen. Rebellion im Keim ersticken ist so typisch geworden in Deutschland…

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