Ex-Mitarbeiter der JVA-Schwerte mit Kinderpornos ertappt

Hier in der JVA Schwerte arbeitete Alexander W.. - Foto: Lukas Pohland

Schwerte – Alexander W. (52) arbeitete in der JVA-Schwerte, als “Morgensternschwinger”, wie er in seinem Facebook-Profil scherzhaft schreibt. Tatsächlich gehörte der Gefängnis-Beamte dort zum Aufsichtspersonal. Doch jetzt hat der Justizvollzugsamtsinspektor, wie sein offizieller Dienstgrad lautet, ein Riesen-Problem: Er wurde als Kinderporno-Besitzer erwischt!

Im Frühjahr und Sommer vergangenen Jahres gelang Ermittlern des Bundeskriminalamts (BKA) in Wiesbaden ein erfolgreicher Schlag im Kampf gegen die Kinderpornografie. Zuvor hatte der amerikanische Betreiber der Internet-Plattform “Chatstep” Daten übermittelt. Mögliche Nutzer von Kinderpornos konnten dadurch identifiziert werden. Im gesamten Bundesgebiet wurden daraufhin 67 Wohnungen durchsucht, acht davon in Nordrhein-Westfalen. So kam man unter anderem dem Leiter eines katholischen Gymnasiums in Hagen auf die Schliche.

Vorwurf: Mehr als 5.000 Kinderporno-Dateien heruntergeladen

Auch der ehemalige Beamte der JVA-Schwerte geriet ins Fadenkreuz der Ermittler. Am 22. Mai 2017 wurde seine Wohnung in Wetter durchsucht. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete er bereits in der Haftanstalt Wuppertal-Ronsdorf. Kriminalpolizisten beschlagnahmten seinen Heimcomputer. Zahlreiche Festplatten wurden gesichert. Dabei kam heraus: Alexander W. hatte sich aus dem Internet mehr als 5.000 Kinderporno-Dateien heruntergeladen. Die Anklage der Staatsanwaltschaft Hagen (Az. 100 Js 250/17) geht von acht Taten, begangen im Zeitraum zwischen Ende Juni 2016 und Mitte Mai 2017, aus.

Seine aktuelle Arbeitsstelle ist in einer Jugendhaftanstalt

Die Aufnahmen zeigen schweren sexuellen Missbrauch und Gewalt an Kindern, auch Kleinstkindern. Videos von “Beischlafhandlungen” sind dort genauso zu sehen wie “Posing-Fotos mit der Zurschaustellung entblößter Geschlechtsteile”, heißt es in den Akten. Im Ermittlungsverfahren hatte sich der Beschuldigte nicht eingelassen. Besonders pikant: Bei seiner aktuellen Arbeitsstelle in der JVA-Ronsdorf handelt es sich um eine Jugendhaftanstalt. Dort hatte er die schweren Vorwürfe über ein Jahr lang geheim halten können. Anstaltsleiterin Karin Lammel hat jetzt gegen ihren Mitarbeiter ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Ob der Beamte auch vom Dienst freigestellt wird, werde sich erst noch entscheiden. Der Justizvollzugsamtsinspektor feiert seit vielen Wochen krank. Er leidet unter Depressionen.

image_print

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*